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Reisebericht von Ingrid Janota
Endlich ist es soweit! der flug war fuer mich relativ entspannt, das essen gut und der suedafrikanische wein und der amarula mundeten ausgezeichnet. dank schlaftbl. kam ich ausgeruht in jo-burg an. hier regnete es in stroemen! ich dachte ich bin in afrika!wusste nicht genau, ob i ch nun mein gepaeck abholten musste, denn ich hatte fuer den anschlussflug keinen sitzplatz. entschied mich es nicht zu tun, denn es war eigentlich durchgecheckt worden. nun brauchte ich noch meine bordkarte. mit bestimmt anderen 100 leuten reihte ich mich in eine sehr lange schlange vor einem einzigen offenen schalter ein (warum fliege ich holzklasse!!). ging nur im schneckentempo vorwaerts und als mein flug aufgerufen wurde, kam leben in einen weiteren schwarzen bediensteten, der mir dank aktiven anstellens sehr bald meine bordkarte aushaendigte. wir - michael war immer an meiner seite - im affentempo durch die langen gaenge zum gate und schwupps waren wir im shuttlebus. nach weiteren endlosen tauschereien hatten wir plaetze nebeneinander und auch noch am fenster. ueber suedafrika und grossteils botswana hingen noch die regenwolken, die sich richtung namibia immer mehr auflockerten. in windhoek (2000 ue/m) schien die sonne und es war warm.nach einem herzlichen empfang holten wir die moppeds, ich hab gleich einen slide :-))) mit erfolg probiert und fuehle mich auf dem teil gut. aus dem fundus von carlo und diana wurde michael fahrtauglich mit jacke, hose, crossstiefel, handschuhe, isomatte, t-shirt ausgestattet. er sah aus wie ein papagei ;-). gottlob hatte er helm und schlafsack im handgepaeck. socken und unterpumpel werden jetzt wohl so lange getragen bis sie abfallen.
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1.Tag: michael und carlo fuhren nochmal zum flughafen, koennte doch sein, dass der koffer von michael auf der ersten maschine aus jo-burg war. denkste. so fuh ren wir mit verspaetung los. hauptsaechlich teerstrasse um strecke zu machen und sehr viel spaeter erst gravelroad, die dank des regens tiefe feste spurrillen haben. die strassen sind z.t. weggespuelt, es liegen groessere steine, aeste oder sogar baeume im weg. wir mussten konzentriert durch diese grandiose landschaft duesen, die sich diesmal dank des regens gruen praesentiert. alles was letztes jahr in saemtlichen braunschattierungen zu bestaunen war, hat diesmal ein kleid aus saemtlichen gruentoenen der natur. wir sahen relativ viele paviane und springboecke. die nacht verbrachten wir auf einem campingplatz mit dusche inkl. heissem wasser (wurde von aussen beheizt) und wc. nach den aufregungen, folienkartoffeln einem riesen stueck fleisch, salat, dem feierabendbier und weinkonsum schliefen wir wie in abrahams schoss.
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 2.tag: nach einem opulenten fruehstueck ging es zu johann, einem buren auf die farm. dort gab es noch eine cola, es war schon wieder heiss und dann ab nach sessriem. die strecke dahin war mit trockenen furten gespickt, die jedoch voll mit sand, geroell und allerhand angeschwemmten waren. einmal mussten wir durch etwa knie- bis oberschenkelhohes wasser fahren. ich hatte das glueck, dass 3 fahrer aus meiner gruppe vor mir anhielten, ich im 2. gang runterschaltete und beobachtete wie sie fuhren. so kam ich zwar bis zum hintern hoch nass aber unbeschadet ans andere ufer. abenteuer pur. zumal carlo den streckenverlauf etwas abgeaendert hat, nachdem ich vieles schon kenne! ich denke die grossen herausforderungen wird es im suedlichen damaraland bei den wuestenelefanten am ugab-river geben.
es galt auf der strecke die ersten sandpassagen zu meistern und am nachmittag ging es zu den groessten duenen der welt! atemberaubend schoen! zu 3/4 hab ich duene 45 mit motorradkluft erklommen. dann ging die kondition aus. im abendlicht fuhren wir nach sessriem zurueck und genossen das smaragdgruen des tales gegenueber den roten, hellbraunen und dunkelbrauen bergen.
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3. tag: es wurde schon morgens sehr heiss und michael litt. ich hoerte aber keine klagen. zuerst besuchten wir die sessriemschlucht, die diesmal voll wasser war, tanken und ab in die namib. 2 paesse waren au ueberwinden, der gaub- und der kuisibpass. viele kurven, viel verkehr mit den bekannten strassentechnischen beeintraechtigungen. die trockenste wueste der welt hat einen gruenen hauch angelegt und glitzert, wie ich es noch in erinnerung hatte. den vogelfederberg, den ich vor lauter schiss letztes jahr nicht hinauffuhr, habe ich mit (fast) links bewaeltigt. oben ist dicker tiefsand. mitjedem km den wir der kueste entgegenkamen, wurde es kuehler, als haette einer den foehn von heissester stufe auf kalt umgestellt. nachdem die abfahrt durch die duenen von franz verpasst wurde, nahmen wir den weg von walfishbay ueber die teerstrasse nach swakobmund, wo wir nach dem feierabendbier den luxu s eines 4-sterne-hotels geniessen. heute morgen waren wir auf ueblicher sightseeing-tour, mit mir als fuehrerin, da ich mit den oertlichkeiten vertraut bin. habe von michael das kreuz des suedens als schmuckstueck geschenkt bekommen und ich habe mir einen brillantring (in namibia geschuerft, hier geschliffen und angefertigt) fuer einen spottpreis gekauft. nun verbringe ich schon stunden in dem blioeden internetcafe, weil so ein depp mir nicht die dauerlizenz gab. ich muss mich fuerchterlich beeilen, denn um 18:30 treffen wir uns zum essengehen.und so kam ich total abgehetzt im hotel an und...hätte noch locker 45 min. zeit gehabt! so nutzte ich die zeit zum duschen und mich "landfein" machen. das krokodilsteak mundete köstlich, das bier schmeckte und so gingen wir gut gelaunt ins bett und schlummerten einem neuen tag voller abenteuer entgegen.
die weitere route morgen nach cape cross zu den robben und dann ins damaraland, brandberg, spitzkoppe und noch so manch ander highlights werden auf uns warten. ich freu mich sehr drauf, bin sehr gluecklich mir dieses wahnsinnsland nochmal gegoennt zu haben. mir gehts gut und ich frage mich wirklich ob ich heimfahre!
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 4. tag karsamstag: über endlos lange, langweilige, schnurgerade salzstraße kamen wir nach einem tankstopp mit der obligatorischen trinkpause zum cape cross. das eldorado der riesigen robbenkolonie, die in dem nahrungsreichen atlantik genügend finden um hier ihre kinder großzuziehen. mann was für ein duft. hatte es ganz vergessen. aber wie in fez (marokko) der gestank der gerbereien, so muß ich auch hier das mitnehmen! wir kamen nicht mehr ganz so nahe an die robben ran, es wurde eine neue umzäunung geschaffen, damit die tiere nicht zu sehr gestört werden. natürlich lagen auch wieder sehr viele von den schakalen gerissene kadaver umher. nach weiteren ca. 40 km auf der salzpiste ging es wieder in die wüste. mental noch auf relativ gut ausgebaute gravelroad eingestellt, standen wir unvermittelt nach einem "straßenwechsel" in der pampa und auch gleich im sand. marcel (breit) stürzte vor mir und anstatt großräumig auszuweichen, platz war zur genüge vorhanden, sah ich den sturz und legte mich gleich dazu! mist! hatte mir doch so sehr vorgenommen diesmal nicht den sand zu küssen!!!! na, dann erst mal eine trinkpause und weiter ging's. kurz drauf, ich guckte immer noch sehr unbekümmert die gegend an, fuhren wir unvermittelt in ein sehr steiniges flußbett. ich vor lauter glotzen viel zu schnell dran, kam in panik, schoß durch die spitzen steine, sehr schnell verfing sich das vorderrad und mich semmelte es auf die linke seite. fazit: li. oberschenkel großflächigst mit einem wunderschönen blauen flecken verziert, li. unterschenkel mehrere kreisrunde tiefdunkelblaue flecke. konnte aber gut weiterfahren. carlo's sorgenfalten wurden tiefer! nun kam die konzentration zurück, war nicht mehr viel mit gegend ansehen und so kamen wir zu unserem wohlverdienten mittagessen. die gegend wurde rauher, abgelegener, die "straßen" unwegsamer. und natürlich kam hier die gefürchtete erste lange tiefsandpassage! ich: ach ja, voriges jahr kamste gut durch mit ca. 50 km/std. im stehen. habe diese "erprobte" methode wieder angewandt, war viel zu schnell, der lenker bebärdete sich wie ein wildgewordener stier und ich dachte noch, uuuuaaaaa das geht nicht mehr lange gut...und schon steckte ich mit dem schild des endurohelms im sand, hing mit dem oberkörper über dem lenker, hatte den re. fuß unter dem mopped...und mir wurde schwarz vor den augen. habe mich allerdings selbst aufgerappelt, den helm abgenommen, nur davon weiß ich nichts mehr. ich fand mich angelehnt an ein paar männerschienbeine im schatten des autos sitzend wieder, hatte einen lappen auf die stirn gedrückt bekommen und fragte anscheinend dauernd das gleiche, was mir geduldig beantwortet wurde, aber nicht in mein bewußtsein drang. fazit: schürfwunde und durch steinchen verursachte löcher an der rechten schläfe, daumengrundgelenk li. geprellt, brustbeinprellung mit anschließender wunderschöner färbung auf dem re. busen (durch den spiegel verursacht) und sprunggelenksprellung rechts. dank meiner guten ausrüstung ist eigentlich nichts gravierendes passiert. ich wurde samt mopped verladen und auf carlo's stirn standen falten, so tief wie die fahrspuren in dem saublöden tiefsand. nach ca. 10 km erreichten wir den campingplatz am ugabriver. unglaublich schön gelegen mit freiluftduschen und wc. im stehen, bzw. sitzen hatte man den schönsten rundumblick auf die berge mit dem abendlichen farbenspiel der untergehenden sonne. das wasser kommt!! der ugab füllte sich im laufe des abends mit wasser, da es in den bergen wieder heftig geregnet hat. ein unglaubliches schauspiel. hier hätte es wüstenelefanten, rhinos und löwen geben sollen. zu gesicht bekamen wir nichts, nur ein paar uralte elefantenbollen. wie glücklich einen doch elefantenscheiße machen kann! hatte an diesem abend leider von meinem "medizinmann" aloholverbot! trank trotzdem heimlich ein bier :-) und ging etwas lädiert sehr bald ins nest. wetterleuchten am horizont.
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5. tag ostersonntag: diana hatte den ostertisch liebevoll mit ostereiern und für jeden einen kleinen lindtosterhasen geschmückt. die sonne stand schon wieder sengend am morgenhimmel und die erfrischende kühle der nacht war bald vorbei. zumal ich mir in den kopf gesetzt hatte. ich will fahren!! mir ging es soweit gut und ich wollte auf's mopped, dafür war ich schließlich nochmal hergekommen. carlo schaute mich etwas zweifelnd an, holte dann doch meine maschine vom hänger zur inspektion. franz, ein sehr routinierter endurist, half bei den repaparaturen. erst machten sie einen platten vorne aus. also rad ausbauen, schlauch überprüfen, er war augenscheinlich in ordnung, also schlauch wieder reinmontiert. die maske und die lampe waren in einem etwas derangiertem zustand, sodaß er die lampe ausbaute, das gehäuse gradklopfte und dabei an der maske einen riß feststellte. muß ich leider wieder ersetzen, bekomme das kaputte teil mit dreck und speck jedoch als trophäe. die gabel war auch etwas verzogen, aber carlo und franz bekamen es in den griff. probefahrt... und einer weiterfahrt stand nun nichts mehr im wege. sehr verspätet machten wir uns auf den weg. keine 5 km nach verlassen des campingplatzes hatte ich vorne wieder einen platten. mittags in der größten gluthitze ohne schatten haben carlo und diana den schlauch gewechselt, an dem wie sich herausstellte ein bereits vorhandener flicken sich gelöst hatte. ich frohgemut wieder aufgestiegen, die anderen warteten ein paar km entfernt unter bäumen, teilte sich plötzlich der weg. die rechte spur führte tiefen sand, die linke ging den berg hoch und genau in der mitte fand ich mich in dem einzig vorhanden busch wieder! war aber nicht umgefallen! die maschine entglitt mir erst, als ich versuchte sie aus dem busch zu ziehen. (jetzt hab ich's wohl entgültig zuwege gebracht, daß ich bei einer evtl. kommenden tour mit den beiden nicht mehr mitgenommen werde.) bekam das teil nicht mehr hoch und carlo schaute wie ein auto als er mich erneut auf abwegen sah. sein kommentar: wenn's dich noch öfter umbrezelt, müssen wir aufladen! das wollte ich auf keinen fall. er stellte mir das töff wieder auf den weg - natürlich mit der tiefen sandspur - und von nun an fuhr ich wie ein altgedienter endurist! selbst die tiefsandpassage, wo es mich den tag zuvor zerlegt hatte, nahm ich nun mit bravour. unser mittagessen mußten wir uns schwer verdienen. unwegsames gelände immer wieder durch flußbette mit tiefsand und vom wasser weggebrochene wege, mit steinen gespickt, waren unser weg. langsam fahrend und mit konzentration meisterte ich diese schwierigen passagen. es ging stetig bergan und wir wurden mit einer grandiosen aussicht und einem wunderbar schmeckenden salat belohnt. die herausfordernste etappe hatten wir nun hinter uns gelassen und der weg war als solcher nun wieder zu erkennen. auf einer hochebene fuhren wir dem brandberg zu. auf den letzten 5-7 km steckten wir in dem tiefsten sand, den ich je sah, es waren auch noch jede menge autos auf der piste, sodaß deren tiefe fahrspuren es für uns (nein für mich!) unendlich schwer werden ließen. wiedermal bekam ich eine abzweigung nicht mit, hätte mühsam wenden müssen und da ich am ende meiner kräfte war, keiner der männer anstalten machte mir die fuhre rumzudrehen, ließ ich sie kurzerhand einfach im sand stecken, ging zu fuß auf die gruppe zu und wurde vom auto aufgesammelt. carlo und franz fuhren später mit einem motorrad zu meiner verweisen maschine retour und hatten ihren spaß an den sand- und später sehr anspruchsvollen steinigen passagen. carlo brauchte jedoch fürchterlich lange bis er im camp wieder auftauchte. der grund war ein platten hinten. das bedeutete für ihn kein feierabend, der schlauch wurde ausgewechselt, beim reinmontieren zerstochen, das ganze nochmal und bevor die sonne untergegangen war, stand mein töffli wieder fahrbereit bei den anderen. mein feierabendbier habe ich mir an diesem anspruchsvollen tag redlich verdient und auch schmecken lassen. der campingplatz ist eigentlich keiner, es wurde eine buschdusche installiert, toilettegang ist nur mit schaufel, klopapier und feuerzeug "bewaffnet" gestattet, denn in dem trockenen heißen klima verrottet nichts, sodaß für das geschäft eine kleine grube ausgehoben und wieder geschlossen und das sch...papier verbrannt wird. die zelte standen weit verstreut und die farbenspiele abends und morgens faszinierend. wieder wetterleuchten in der nacht.
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6. tag ostermontag: omarurriver und hallo ihr vielen schönen rosenquarzsteine....ich kooommeeee!!!!! allerdings mußten erst mal schmale, sandige, spitzsteinig bewaffnete kleine "sträßchen" bewältigt werden. anfangs auf dem bock bin ich immer sooo steif, daß es aussieht wie ein affe auf'm schleifstein. mit zunehmender sonneneinstrahlung und überstandenen angstmomenten werde ich in der hüfte sowas von locker und fahre immer "profihafter". vom letzten jahr wußte ich noch, daß auf den letzten km zum omarururiver wirklich tiefsand liegt. ich wollte es schaffen und dank carlo, der mir in vorbildlichster weise vorfuhr, hab ich es super hinbekommen, den losen und festen sand zu bewältigen. kiloweise hab ich mittags in der ausgedehnten pause den herrlichen rosenquarz eingesackelt. hoffentlich bekomme ich sie alle durch den zoll! wieder hatten wir bestimmt 40-45°C. nun kam eine anspruchsvolle felspassage, die uns vom omaruru wegführte. langsam 1. und 2. gang, die maschine sich schütteln und bocken lassen, achtung schmaler felsdurchbruch mit anschließender kurve und schon stand ich oben auf dem kleinen plateau, wo michael schon wartete. ich schrie, daß ich keinen halt habe (die maschine ist mir eigentlich zu hoch und im normalfall komme ich nur mit den zehenspitzen auf den boden) er mir helfen solle und...er guckt seelenruhig zu wie's mich umhaut!! na, da war ich aber sauer. hab auch entsprechend dampf abgelassen. gottseidank macht es ihm aber nicht viel aus, von mir angeschissen zu werden und ich hab mir auch nicht wirklich weh getan. später kreuzten riesige springbockherden unseren weg, sodaß wir lange stehen blieben und beobachteten wie sie gemächlich passierten. nach einer abenteurlichen blindfahrt durchs kniehohe gras mit warzenschweinlöchern gespickt, führte unser weg einem zaun entlang. darin verfangen hing jämmerlich strampelnd ein springbock. wir natürlich angehalten, ich wieder etwas weiter vorne geparkt und als ich auf carlo und die anderen zulief, sah ich, das carlo etwas glitzerndes gezückt hatte. ich dachte er sticht das arme tier nun ab, da es sich schwer verletzt hätte. nein! gottlob waren keine äußeren verletzungen zu sehen, so knipste er mit dem leatherman nur die drähte durch, der springbock plumpste zu boden, sortierte seine beine, schüttelte sich und suchte leicht hinkend das weite. jedenfalls hat er eine chance zum überleben. fare well schönes tier. die silhouette der spitzkoppe begleitete uns schon stundenlang. langsam kam sie näher und unvermittelt kamen wir aus der wildnis auf die gravelroad. carlo fuhr mir in bewährter manier den ganzen tag vor, sodaß ich kein einziges mal auch auf dieser anspruchsvollen etappe stürzte. auf der gravelroad bis zum parkeingang fuhren wir zwei "rennen". wir bekamen den mir altbekannten platz zugewiesen und beim feierabendbier überreichte mir carlo eine feder als anerkennung für meine fahrerischen leistungen. bin ganz stolz drauf und werde sie in ehren halten. abends standen einheimische im lager (von diana und carlo bestellt), sangen mit ihren schönen stimmen und tanzten vor dem lagerfeuer. es ging sehr lange und ich schlich mich irgendwann davon um erschöpft aber happy ins nest zu kippen. wieder hatten wir die buschdusche installiert, toilette nur mit schaufel, klopapier und feuerzeug....das wetterleuchten ist diesmal sehr nahe.
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7. tag: nach einem ausgiebigen frühstück machen eva, franz, michael und ich uns mit einem einheimischen auf ins reservat. wir sehen eine zebraherde mit jungtieren, wunderschöne uralte felsmalereien und flora und fauna werden uns auf dem etwa 2 std. marsch näher gebracht. mit meinem hax kann ich erstaunlich gut laufen. er wird, wie die anderen blessuren 2 x tgl. ausgiebig behandelt. die anderen teilnehmer (marcel groß, marcel breit, ralf) sind mit carlo zu den wassergefüllten gumpen zum baden gelaufen. eva, franz und ich wollen diese gelegenheit natürlich auch nutzen. also noch schnell nach der rückkehr die badesachen geschnappt, foto allerdings vergessen!, und nochmal ca 1 1/2 km zu den gumpen durch die sengende mittagshitze gelatscht. nach einer kleinen klettertour haben wir sie erreicht. hier beschlossen wir angesichts der grandiosen aussicht die nudistensaison zu eröffnen, kletterten über den etwas veralgten einstieg in das etwa hüfthohe wasser, das uns zuerst furchtbar kalt vorkam und mit zunehmender verweildauer immer angenehm erfrischender wurde. die kaulquappen wurden erfolgreich vertrieben und so genossen wir die zauberhafte landschaft. im wasser liegend hatten wir einen üppigen grünstreifen vor uns, rundum abgerundete große felsen vor der beeindruckenden spitzkoppe, die in der mittagshitze flirrte! ein wahnsinnsbild. nach dem mittagessen hatte keiner mehr lust in die motorradklamotten zu steigen. half aber nix. abspülen, taschen, zelte, stühle, tische, essen wieder in das begleitfahrzeug verstauen und weiter geht's nach betankung der möppis. wir haben ca. 100 km gravelroad vor uns bis zur etusis-lodge (hier wird immer noch marmor abgebaut). je weiter wir uns der zivilisation nähern umso bewölkter wird er himmel. der weg zur etusisfarm ist mal wieder eine herausforderung und nach nicht angepasster geschwindigkeit und unaufmerksamkeit lande ich mal wieder - allerdings ohne umzufallen - in einem busch. michael hat das teil wieder auf den richtigen weg gehievt und weiter gings. trotzdem brachte ich es fertig, mich zu verfahren, in dem ich nicht aufpasste und eine eigentlich gesperrte straße befuhr, die jedoch wieder auf dem hauptweg mündete. während des ausrollens auf dem parkplatz, biß mich der kleine hauseigene terrier namens paul in den stiefel. sauviech! wir bezogen nach dem obligatorischen feierabendbier unsere "zimmer", die diesmal aus zimmergroßen zelten mit terrasse, angebauter naßzelle bestanden und afrikanisches interieur hatten. nach dreimaligen buschcampen diesmal absoluter luxus. wir buchten eine etwa 2 stündige safari auf dem lodgegelände, sahen strauße, springböcke, bleßböcke, kudus und dikdiks und hatten große mühe vor dem regen die lodge wieder zu erreichen. die ganze nacht regnete es in strömen. na bravo. die aussichten für den nächsten tag waren nicht rosig.
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8. tag: pünkltich zum frühstück hat petrus seinen wasserhahn wieder zugedreht. so entschloß ich mich, nachdem es schwül wurde, doch im "kettenhemd" und enduroausrüstung zu fahren. die 16 km von der lodge auf die hauptstraße ging ich dank meiner vorausgegangenen erfahrungen etwas konzentrierter an. alle versammelten sich am ende der 16 km am eingangstor. nur ralf war plötzlich nicht mehr aufzutreiben. auch auf diana mußten wir lange warten, hatte sie von der lodge die falsche abzweigung genommen und stand plötzlich in der häuseransammlung der einheimischen. umdrehen mit dem dicken auto samt hänger auf schmaler straße erfordert zeit und geschick! einem marmorbeladenen laster gaben wir die anweisung, wenn er in karibib einen einsamen motorradfahrer sichten sollte, daß er diesen zurückschicken sollte. ein anderer autofahrer aus karibib kommend gab die auskunft, daß ein gelbes motorrad die hauptstaße rauf und runter brettere. so wußten wir wenigstens, daß ralf in karibib war und konnten nur auf seine ankunft, die mit laola-welle begrüßt und dreckigem gelächter quittiert wurde, warten. die letzte etappe unserer abenteuertour führte duch das khomasgebirge. enge gravelroad mit vielen z. t. sehr engen kurven, rauf und runter durch furten, durch den regen weggespülte "straßenränder" und wassergefüllte furten, wo man beim hinfahren die tiefe nicht abschätzen kann. bei der ersten furt, standen alle schon auf der anderen seite. ich hatte den bergrunter zeit mir den "saubersten" weg auszusuchen. also rechten rand angepeilt, 2. gang und trotzdem hatte ich links und rechts vom motorrad eine schulterhohe fontäne. lange mußten wir auf carlo und diana warten. carlo war nach einem fotostopp diana entgegengefahren, die, wie sich rausstellte mit den abgebrochenen dachzeltträgern kämpfte. langsam kamen sie an das erste wasserloch. wir feuerten carlo an mit vollgas durchzubrausen, aber er war vorsichtig. dafür wendete er noch mal und fuhr vollstoff. er sah danach aus wie durch den kakao gezogen. schlammverschmiert und nass von oben bis unten. beim nächsten wassergraben war ich plötzlich im neutralgang, konnte den 2. aber noch rechtzeitig reinbekommen und schwupps war ich auch schon mit speed in dem etwas größer als gedachten loch. mein rechter stiefel lief voll wasser, der hintern ganz nass und das hemd mit dreck bekleckert. was solls die sonne schien zwischendurch, es regnete nicht (war aber doch merklich kühler als in der wüste) und diese "schweinerei" fehlte noch auf unserer abenteuerliste. die dritte wasservolle furt ließ nicht allzulange auf sich warten. hier hatte der linke stiefel "landunter", wenigstens war jetzt die gleichberechtigung wieder hergestellt und wieder hatte der po eine dusche auszuhalten und das hemd bekam erneut wie das gesicht nun langsam auch, patina. nach ca. 100 km kamen wir auf die teerstraße die uns nun endgültig von der wildnis zurück über windhoek nach heja-lodge brachte. vor windhoek zogen wir die regenklamotten an, damit die nun auch nicht umsonst die weite reise machten und kamen in einen platzregen, dessen tropfen so groß und scharf waren, daß ich dachte das halbe gesicht hängt in fetzen. ich riß meinen mund auf! um die angriffsfläche zu verkleinern!!! anstelle mir die hand schützend davor zu legen. so geleitete uns carlo einigermaßen sicher durch winhoek. er mußte michael und mich einmal wieder einfangen und auf den rechten weg bringen, da wir durch eine rote ampel ausgebremst wurden und den anschluß verloren. um 17:30 erreichten wir wohlbehalten heja-lodge. diesmal orderten alle komischerweise kein bier sondern warme getränke. anschließend stellten wir uns zum obligaten gruppenfoto auf. die töffs wurden zum letzten mal bestiegen und zu dianas und carlos haus (ca. 1km von heja-lodge weg) gefahren. extra bin ich durch alle erreichbaren pfützen gebrettert, damit carlo beim putzen schön fluchen kann ;-)) die nachfolgende heisse dusche tat guuuut.
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9. tag: die bungalos verfügen über keinerlei heizung und so habe ich mich mit 2 zusätzlichen decken warmgehalten. morgens um 6 uhr war ich wach, duschte ausgiebig heiß und versuchte das immer noch nasse, klamme, dreckige equipment in meine reisetasche zu stopfen. mit erfolg. die diversen steine und billtong habe ich vorsorglich auf alle gepäckstücke aufgeteilt. die ganze nacht durch hat es fürchterlich geschüttet und der morgen präsentierte sich kühl aber großteils wieder sonnig. nach frühstück und verladen des gepäcks fuhren wir nach windhoek, wo wir ausgiebig zeit zum stadtbummel und für die letzten einkäufe hatten. um 12:30 mittagessen im cafe schneider und um 15 transfer zum flughafen. einen letzten gemeinsamen drink, was wohl? ja richtig bier! ließ mir die quittungen der schmuckstücke abstempeln (braucht man um die namibianische MWST von 15% wiederzuerhalten), einchecken, wollte die MWST einlösen, nur der faule sack war erst nicht aufzutreiben und dann behauptete er, nach dem aufruf des fluges dürfe er nicht mehr aktiv werden!! jetzt war ich total sauer und hab ihn auch entsprechend auf deutsch "betitelt". an bord hatte ich die zündende idee, diana die rechnungen per express zu schicken, denn sie haben erst in 3 wochen ihren rückflug. nun war ich etwas versönlicher gestimmt und ließ mir jede menge von den kleinen amarulafläschchen geben. eine für mich, eine wanderte in die bauchtasche. der steward gute schon ganz schräg. in johannesburg hatten wir etwa 1 1/2 std. zeit. michael war mit einem mal von der bildfläche verschwunden und als er mir zufällig wieder über den weg lief, hatte er einen glasigen, stieren blick, fieber, schwankte und sagte immer nur "durst, durst". ich plazierte ihn auf eine sitzgelegenheit, besorgte, was nicht einfach war, im duty free mineralwasser, fand ihn noch an gleicher stelle, gottseidank und flößte ihm den ersten 1/2 l wasser ein. den 2. verweigerte er, denn er wollte unbedingt cola, dieses blöde gesöff. nun wurde unsere flug aufgerufen und ich bepackt mit einem rucksack hinten, einen vorne, meine schwere bauchtasche, motorradjacke und helm konnte michael auf die beine stellen, ihn unterhaken und durch die hallen zum gate schleifen. gottlob lief er wenigstens einigermaßen selbst und knickte nicht weg. dauernd fragte er wo wir wären, er war richtig abgedreht. ich schrie mit ihm, nur damit er nicht in ohnmacht fällt. ihr glaubt aber nicht, daß jemand geholfen hätte. ein mitreisender hat ihm dann ein kreislaufmittel auf die zunge getropft und ein belgischer arzt hat sich grad mal herabgelassen den puls an der halsschlagader zu prüfen und zu fragen wann er das letzte mal beim pinkeln war und ob er getrunken hätte. dann war er entschwunden. wir erreichten den flieger, wo auch das personal keinerlei anstalten machte etwas zu unternehmen. gottlob hatten wir diesmal in der mitte die mittelplätze nebeneinander. wir platzten uns und michael gab dauernd "durst, durst" und wann es cola zu trinken gäbe und wo wir uns befänden von sich. das wasser verweigerte er katgorisch. nach endloser zeit (rollbahn, start) wurde trinken und essen serviert. da kam er wieder etwas besser zu kräften. als ich merkte es ging aufwärts mit ihm, habe ich mir meine schlaftbl. gegönnt, die ohrenstöpsel reingedrückt und war sehr schnell in morpheus armen. unruhe an bord weckte mich und schon waren wir in höhe florenz angekommen. die sonne strahlte bereits durch die fenster und michael schien die nacht auch relativ gut überstanden zu haben. nach dem frühstück dauerte es nicht mehr lange und wir setzten zum landeanflug auf münchen an. pünktlich um 7:20 hatte mich bayern wieder. nun mußte ich mich von michael verabschieden, er versprach mir in zürich gleich zum doktor zu gehen und ich wartete auf meine tasche. dabei sah ich michaels gepäck wieder über das förderband sausen, dachte mir aber, nachdem doch windhoek-jo-burg-zürich dranstand, daß die es wieder aufsammeln würden. denkste. er bekam in zürich sein gepäck wieder nicht!. dann hatte er auch den viel zu knapp folgenden anschlußflug verpaßt, ging jedoch in zürich gleich in die arztpraxis, wo ein elektrolytstatus angefertigt wurde und die total fehlenden mineralien mit infusion und anderweitig wieder aufgefüllt wurden. nachmittag konnte er mir bereits wieder 2 std. lang am telefon "das ohr abkauen". gottseidank ging alles glimpflich aus.
dorothe und ralf holten mich wieder ab. bekam von meiner maus einen "welcome home" luftballon und eine wunderschöne rose. wir frühstückten erst mal zusammen, ich erzählte von meinen erlebnissen packte die mitbringsel aus und zeigte meine blessuren, die dorothe nicht gefielen. der tag verging mit 5 maschinen wäsche, trockner, wäschezusammenlegen, aufhängen und endlich mal wieder augenbrauenzupfen, maniküre und pediküre, die dringenst notwendig war.
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nun bin ich wieder im hier und jetzt, aus einer traumwelt zurückgekehrt. die tage verflogen wie im rausch, diese farbenpracht, das farbenspiel, die vielfältigkeit der natur, abenteuer, moppedfahren satt, hitze, staub, ein gigantisches land, es wird mich mit den vielfältigen erlebnissen immer begleiten. zu meinem 60.ten geburtstag mache ich diese tour - sofern mich diana und carlo mitnehmen ;-)) - nochmal!!!!!
aufwiedersehen wunderschönes namibia Ingrid Janota
ingrid.janota@web.de
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